SPOTLIGHT WITH ... SABINE [FOUNDER @MAMI_CONNECTION]

SPOTLIGHT WITH ... SABINE [FOUNDER @MAMI_CONNECTION]

Sabine ist Mom eines sechsjährigen Sohnes und Gründerin von @mami_connection. Sie berichtet von ihren Erfahrungen aus der Schwangerschafts- und Stillzeit, was das Ganze mit ihrem Körpergefühl gemacht hat und welchen Wandel sie sich von der Gesellschaft wünscht.

Transkript:

Stelle dich kurz vor.

Ich bin Sabine, bin Mama eines sechsjährigen Sohns und komme aus Köln und arbeite hauptberuflich als Marketingmanagerin bei einem Spielwarenhersteller, habe ein Mama-Netzwerk gegründet damals aus der Elternzeit heraus und bin selbstständig tätig parallel.

 

Wie war deine Schwangerschaft und die Geburt?

Also bei mir war es tatsächlich so: Ich hatte eine Bilderbuch-Schwangerschaft. Also wirklich mit überhaupt gar keinen Wehwehchen. Klar, wenn man dann am Ende kugelrund ist, merkt man natürlich auch das ein oder andere, aber deshalb - und ich habe im Vinzenz Pallotti Krankenhaus in Bensberg entbunden und wollte immer eine natürliche Geburt. Wir haben auch über Hausgeburt kurz mal nachgedacht, aber dann endete alles so, dass es keinen Fortschritt gab, dass ich tatsächlich dann hinterher eine PDA bekommen habe, dann konnte meine Hebamme mich nicht mehr begleiten, dann bin ich in den Kreissaal gekommen und das Ende vom Lied war nach 26 Stunden tatsächlich ein Kaiserschnitt. Also insofern, nein, es war sowas von nicht geplant, ja.

 

Hat sich dein Körpergefühl während und nach der Schwangerschaft verändert?

Also in der Schwangerschaft, klar, wird ja alles so ein bisschen weicher und du bist so ein bisschen - hinterher gibt es dann irgendwie Wassereinlagerungen. Also ich habe aber immer viel auch Schwangerschafts-Yoga gemacht und bin viel Schwimmen gegangen, also habe mich auch sportlich viel betätigt noch. Und nach der Schwangerschaft oder nach dem Kaiserschnitt - klar, das war natürlich erst mal - ich dachte ja echt, ich sterbe bei der Geburt. Es war echt krass. Insofern habe ich mich danach erstmal wieder fangen müssen und neu sortieren müssen. Und das macht natürlich viel mit der Psyche. Das auf jeden Fall. Und körperlich, dadurch dass ich grundsätzlich ein fitter Mensch bin, bin ich auch relativ schnell wieder in den Flow reingekommen.

 

Hast du gestillt und wenn ja, wie war das für dich?

Also mir war sehr wichtig, dass ich Jakob stille, zumal er ja dann eben auch als Kaiserschnittbaby nicht die natürliche Geburt hatte, und von der Immunität her war mir das halt sehr wichtig, dass er dann eben über die Muttermilch dann auf jeden Fall noch den entsprechenden Schutz bekommt von mir. Ich habe das jetzt gar nicht so dogmatisch gesehen und gesagt: „Ich will jetzt unbedingt ein halbes Jahr stillen.“ Also das war so der Plan. Am Ende habe ich ihn tatsächlich 8 Monate gestillt und dann so nach und nach mit der Beikost angefangen, ja. Also ich fand es super. Ich habe mich auch nicht davor geziert, in der Öffentlichkeit zu stillen. Ich finde, das gehört zum Mama-Sein dazu. Natürlich jetzt nicht so entblößt oder so, sondern tatsächlich eher - aber ich glaube, da muss man auch mit wachsen. Das ist am Anfang natürlich noch ungewohnt und ich fand es sehr schön auch, was das Bonding betrifft und die Quality Time mit Baby. Und ich war auch froh, dass Jakob aber auch die Flasche genommen hat. So konnte ich dann auch mal abpumpen und sagen: „OK, jetzt bin ich mal nicht da.“ 

 

Gibt es etwas, wo du dir gesellschaftlich eine Veränderung wünschst?

Also ich finde, dass grundsätzlich von der Gesellschaft die Alleinerziehenden mehr unterstützt werden sollten. Nicht nur die Mütter, sondern auch die Väter. Es gibt auch viele alleinerziehende Väter. Und was auch immer so ein bisschen aufgestoßen ist, sind jetzt - natürlich polarisiert das auch so ein bisschen - die so called „Working Moms“, von denen es ja auch einige gibt, die das nicht nur machen jetzt irgendwie aus Prestige oder Selbstverwirklichungsgründen, sondern eben auch, weil sie mitverdienen müssen. Die wurden dann teilweise belächelt oder kritisiert jetzt gerade in der Corona-Zeit, wo Homeschooling und Homekindergardening anstand. Und da wirklich der Spagat zwischen Arbeit und Familie - also Beruf, Familie. Das ist ja echt immer so eine Gratwanderung auch und das dann hießt: „Wieso regen die sich denn jetzt auf? Die sollen mal glücklich sein, dass sie Kinder haben“, wo ich dann aber auch denke: „Naja, aber warum dürfen die nicht auch mal sagen, wie anstrengend es ist?“


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